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Haikos Restaurant-Tipps

USA

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Das Essen in amerikanischen Restaurants ist ein wenig anders...

Auch in den USA gibt es eine Küche jenseits des Fastfood. Man kann vorzüglich essen (New American Cuisine oder inzwischen auch Contemporary American Cuisine). Während man vor 15-20 Jahren noch nach "guten" Restaurants suchen musste, sind sie heute fast überall zu finden. Dies gilt natürlich ganz besonders für New York. Diese New American Cuisine basiert zwar auf der französichen und italienischen Küche - zugegebenermaßen haben die Amerikaner vielfach französische Köche "importiert"- hat aber viele dieser "multikulturellen" Einflüsse aufgenommen. So gibt es nicht nur Fisch- und Gemüsesorten, die bei uns unbekannt sind, sondern auch "ungewöhnliche" Zusammenstellungen (z.B. Mahi-Mahi in Nusskruste mit Steinpilzsosse und dazu Kartoffelpüree mit Hummerstücken). Und, das gilt im Wesentlichen für die West- und Ostküste: Die Fisch-Qualität liegt deutlich über der europäischen. Das Preisniveau in den USA entspricht derzeit dem europäischen, wenn auch in New York, und noch mehr an der Westküste. etwa in San Francisco oder Seattle, ein wenig mehr gezahlt werden muss. So gibt es viele Restaurants der New American Cuisine, wo man für etwa 120-150 € für ein Menü incl. Getränke für 2 Personen) vorzüglich (etwa 1-Sterne-Niveau) essen kann, etwa ebenso viel, wie man sonst in "Standard-Restaurants" für Steaks etc. ausgibt. Die Weinpreise sind etwas teurer als in Europa. Allerdings bieten alle Flaschen in relativ guter Qualität für ca. 40$ an, bzw. das Glas für 7 bis 12$. Apropos Getränke: In jedem Restaurant wird automatisch ein Glas Wasser mit Eiswürfeln (tab water) angeboten. Mineralwasser wird generell aus Europa importiert und selten getrunken.

Apropos Preise: Die in den Speisekarten angegebenen Preise sind Nettopreise. Dazu kommt dann die Steuer (tax, ca. 9%) sowie die Bedienung (gratuity, ca. 15 bis 20%). Einige amerikanische Restaurants haben übrigens auch 3- oder 4-Gang-Menüs aus Frankreich übernommen und heißen dort auch (französisch) fix prix menue. Meistens sind das allerdings keine attraktiven Angebote, in der Regel Suppe oder Salat als Vorspeise sowie Hähnchenbrust, Lachs oder Pasta als Hauptgang, und kommen selten an die Qualität der alacarte-Gerichte heran. Mittags zum Lunch, in der Regel von 11:00 bis 14.30, gibt es immer spezielle Karten, mit einem geringeren und mehr auf Snacks ausgerichtetem Angebot, das auch im Preis deutlich unter dem Diner liegt. Vielfach wird auch ein (vergleichsweise einfaches) 3-Gang-Menü angeboten. Häufig gibt es auch noch eine spezielle kleine Karte für "inbetween" oder "happy hour", also zwischen Lunch und Dinner.

Etwas zum "Ablauf" des (Abend-) Essens: die üblichen drei Gänge, Vorspeise (Appetizer), Hauptgericht (Entree) und Desssert, werden normalerweise maximal innerhalb einer Stunde serviert, für europäische Verhältnisse unangenehm schnell. Allerdings hat sich das in den letzten Jahres etwas gebessert. Da ist auch selbst in den Sternerestaurants selten Zeit für ein Amuse Bouche. Allerdings bieten zunehmend Restaurants "Bits" oder "to Share" an: kleine Appetithappchen, meistens aber der einfacheren Art, etwa Schinken oder Pasteten, Fleischbällchen etc. Da die Restaurants von 5:30 pm bis 12 pm geöffnet haben (an der Westküste häufig von 4:00 pm bis 9:00 pm), werden die Tische natürlich mehrmals pro Abend vergeben. Das hat zur Folge, dass auch bei Tischreservierungen in der Regel auf den nächsten freien Tisch gewartet werden muss. Dies tut man an der Bar bei einem Aperitiv. Da nach Beendigung des Essens ja bereits die nächsten Gäste warten, trinkt man den Kaffee ebenfalls an der Bar. Das hat natürlich auch einen Vorteil: Man hat immer eine gute Chance auf einen Tisch auch ohne Reservierung, solange man bereit ist eine zeitlang zu warten. Alternativ bieten viele Restaurants an, an der Bar zu essen. Übrigens haben (fast) alle Restaurants täglich geöffnet.

Und noch ein paar erwähnenswerte Unterschiede: In fast jedem Restaurant gibt es Hintergrundmusik. Natürlich gibt es z.B. in New York einige mit Live-Jazz. Und umgekehrt: fast alle Jazz-Clubs bieten auch Essen an. In den Restaurants ist es meist relativ dunkel: In der Regel steht gerade mal eine Kerze auf dem Tisch. Das erzeugt zwar eine etwas imtime Atmosphäre, wer aber Leseschwächen hat, wird kaum noch die Speisekarte lesen können.

Die Suche nach "guten" Restaurants gestaltet sich in den USA nicht ganz so einfach. Den bekannten Michelin-Führer gibt es derzeit nur für New York City, Chicago, Washington und San Francisco. Und den Zagat-Führer gibt es nur für die größeren Städte. Gute, thematisch strukturierte Tipps, für die großen Städte, allerdings ohne Bewertungen, findet man unter eater.com (zunächst per Auswahl der City, dann weiter unter Maps). Es sei auch bemerkt, dass es in den USA zahlreiche Restaurant-Ketten gibt. Bei uns hat das im Gourmet-Bereich eher einen negativen Beigeschmack. Dort ist das (je nach Kette) eher eine Garantie für vorzügliche Küche, so z.B. die Steve Hanson Group, Morton's, Del Friscos oder Mc Cormick and Schmicks. Eine Reservierung ist fast immer online mit OpenTable auf den Homepages der Restaurants möglich.


Haiko Lüpsen, Juli 2019